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Leicht verfällt man in Superlative, wenn man über das Mariinsky Theater berichtet. Je besser man diese russische Institution kennt, um so eher neigt man dann dazu, daneben nur noch wenig gelten zu lassen.
Das Theater liegt in einem sicher prachtvollen, aber doch irgendwie unauffälligem Palast an einem der Kanäle der Stadt. In der Zarenzeit entstanden wurde der Name 1918 bis 1990 während der kommunistischen Ära in "Kirov Theater" geändert und das Haus erstarrte ab den 70er Jahren der Breshnev Ära mit dem Rest des Landes langsam in Tradition. Anfang der 90er Jahre waren es Disziplinleistungen, eingestaubt, zwar perfekt und in Ihrer Vollendetheit noch immer einzigartig, aber ... langweilig. Seitdem ist viel passiert. Mit der Stadt und gerade auch mit dem Mariinsky. Beide streben gemeinsam neuen, großen Zeiten entgegen. Für mich ist es das derzeit perfekteste Ballett der Welt mit Solisten von einer Grazie und Können, die auch einem abgehärteten Kapitalisten wie mir noch die Tränen der Begeisterung in die Augen treiben. Ich bin weder kunstverständig, noch ein Ballett-Fan, aber eine gelungene Vorstellung im Mariinsky ist auch für mich ein Erlebnis der ganz besonderen Art.
Asylmuratova, Ruzimatov, Nioradze, Lopatkina ... Solisten des Mariinsky, die auf der ganzen Welt als die Besten Ihrer Kunst gelten. Es ist auch eine Oper und ein inzwischen manchmal großartiges Orchester, dem einer der ganz großen Stardirigenten vorsteht. Ein eigensinniger, emotionsgeladener Titan der klassischen Musik. Ein Georgier, der mit seinem enormen Durchsetzungsvermögen und Disziplin das vormals weit hinter dem Niveau des Balletts gebliebene Orchester in den letzten Jahren wieder zu allerhöchstem Niveau geführt hat.
Valerie Gergiev - der Mann aus Ossetien, wird im Jahr 2003 (wenn Petersburg seinen 300. Geburtstag feiert) 50 Jahre alt. Ein großer, junger Stardirigent in einer jungen Stadt. Nachtrag im Oktober 2002: Das Orchester hat übrigens neuerdings häufiger auch wieder grottenschlechte Tage - die Premiere von Wagners Walküre haben die körperlich anwesenden Bläser schlicht verpasst und auch nur das Anstimmen sauberer Töne (Grundkurs) war Ihnen an diesem Tag unmöglich. In diesem Jahr (2002) häufen sich die Klagen über solche Leistungseinbrüche - der Stardirigent sollte sich wohl wieder mehr um sein Orchester kümmern. Das auch die inzwischen manchmal bemüht modernen Bühnenbilder in Wirklichkeit stupide und einem großen Theater unwürdig sind, läßt vermuten, daß der Erfolg der Jahre 2000 und 2001 Theater und Orchester zu Kopfe steigt. Schade. Wie gehabt: Das Ballett bleibt konstant, mag der Rest auch noch so schwanken. Im Winter 2002/2003 lautet daher die Empfehlung, sich die Klassiker anzusehen (Schwanensee, Nußknacker, u.s.w.) - die beherrschen sie im Schlaf. Nachtrag im Dezember 2004: Alles wird gut. Die Aufführungen in diesem Jahr - auch die modernen - lassen einen mit Begeisterung die nächste Saison erwarten. Wagners Ring am Mariinsky sollte man (zum Leidwesen Gergievs) schnell vergessen, das war nichts. Aber sonst hatte die Saison 2004 nach einhelliger Meinung aller Sachkundigen viel Licht und nur sehr wenig Schatten. Die Gala zum Jahresende am 31.12. hat unsere Gäste begeistert. Unsere Familie ist dem Mariinsky Theater eng verbunden. Die Großmutter meiner Frau war eine der großen Primadonnen der Stalinzeit am (Mariinsky)Kirov-Theater. Alexandra Chalileeva tourte damals durch die Welt mit dem Ensemble. Sie war Sopranistin, mit dem Administrator des Pushkin Theaters verheiratet und Mutter eines Sohnes - des Vaters meiner Frau.
Die Mutter meiner Frau arbeitete dann in den 80er Jahren in der Verwaltung und meine Frau machte in der weltbekannten Schneiderei des Theaters 1989 Ihren Meister als Theaterschneiderin.
Auch nachdem Sie sich 4 Jahre später mit einer Damenschneiderei selbstständig machte, blieb meine Frau dem Theater verbunden. Die Primaballerina Irma Nioradze (oben in der Bildreihe die Dritte) trägt auf dem Foto z.B. ein Kleid meiner Frau. Bis heute hält diese Verbindung zum Theater.
Hier sitzen heute die Putins mit Ihren Gästen (z.B. den Schröders) - oder Sie, wenn Sie wollen.
Ein paar praktische Hinweise und Links: Das aktuelle Programm erfahren Sie auf der Homepage des Mariinsky unter www.mariinsky.ru . Tickets können Sie mit Kreditkarte buchen über folgende russische Agentur: www.ticketsofrussia.ru - auf der Seite finden Sie auch einen Sitzplan, viele Detailinfos und Bilder. Für unsere eigenen Gäste beschaffen wir die Tickets auch gerne selbst. Fragen Sie uns ! Wenn Sie in einem der Luxushotels oder im Matisov Hotel wohnen, nutzen Sie für die Buchung der Tickets besser den recht guten Concierge Service der Hotels. Die hier erwähnten Stars (nur ein kleiner Teil eines großen Ensembles) haben zum Teil eigene Homepages: Valerie Gergiev, Direktor und Dirigent Irma Nioradze, Primaballerina Uliana Lopatkina, Primaballerina Altynai Asylmuratova, Direktorin der Ballettschule, Prima
Wenn wir die Infos zum Mariinsky damit schließen, daß Sie zu Fuß von unseren beiden Wohnungen am Boulevard und am Kanal Griboedov in 10 Minuten am Theater sind und die Straßenbahn Sie von der Haustür am Boulevard in nur einer Station direkt vor die Theatertür fährt, dann wissen Sie: Sie sollten sich das zumindest einmal im Leben selbst ansehen, ob Sie Ballet, Oper oder klassische Musik nun mögen oder nicht. Das ist wie mit Venedig, nur besser.
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Copyright © 2000 "Unsere Datscha in Toksovo", Maria & Klaus Horst
Philipp (Adresse)
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