Luxus

 

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Zunächst einmal ist es gar nicht so einfach, zu entscheiden, was in St. Petersburg nun ein Luxushotel ist und was nicht.

Fest steht im Moment: Das Europa und das Astoria sind Weltklasse und zurecht seit vielen Jahren schon Mitglied bei den "Leading Hotels of the World". Das Taleon ist auf seine Art ebenfalls Spitze. Das Kempinski ist neu und wird sich wohl auch weiter in der Luxusklasse etablieren.

Daneben reihen sich noch das Radisson SAS, das Eliseev, das Emerald, das neue Renaissance Baltic und das Corinthia Nevsky Palace selbst bei den 5* Herbergen ein und wenn man so sieht, was sich in Petersburg selbst 4* verleiht, dann möchte man den Häusern recht geben. Deshalb umgehe ich die eher ärgerlichen Täuschungsversuche der Mittelklassehotels (z.B. Pribaltiskaya) und es gibt bei mir nur 4 Kategorien:

Luxus - da stehen nur die echten 5* Luxushäuser (3 Häuser + 1 neues).

Oberklasse - da steht das, was unter westlichem Verständnis zumindest 4* verdient hat (inzwischen immerhin 9 Häuser).

Mittelklasse - da stehen die 2* und 3* Häuser, ungeachtet Ihrer teils frechen Selbsteinstufungen als 4* Hotels.

Einfach - da stehen die schwachen 2* und Einfachhäuser, die auch jetzt oft noch nicht normalen Standards genügen (bis auf die Preise, die sind in der Saison hoch).

Sie sehen es schon: Für eine Stadt mit 5 Mio. Einwohnern ist der Hotelmarkt klein. Berlin oder Prag sind nur einen Bruchteil so groß, wie St. Petersburg, haben aber ein Vielfaches an Hotels (Berlin ist konkret weniger als halb so groß, wie St. Petersburg, hat aber fünf mal (5x !!) soviele Hotelbetten zur Verfügung. Buchen Sie rechtzeitig und machen Sie sich ganzjährig in den Hotels auf (unangemessen) hohe Preise gefasst:

Die 4 wirklichen Luxus-Häuser stehen also in St. Petersburg recht gut da und das merkt man an den Preisen: Die Rack-Rates liegen in der Saison nicht unter 350 € (Europa und Astoria) pro Zimmer. Auch davor und danach und egal über welches Buchungssystem gibt es meines Wissens keine Übernachtung unter 210 €. In der Saison liegt die Ausbuchung wie man liest nahe 100%, im Jahresmittel über 60%. Was haben es da die Frankfurter Hotels schwer, wo man im Oktober den Hessischen Hof, das Maritim oder das Kempinski in Gravenbruch unter 100 € pro Nacht bekommen kann.

 

Das Flagschiff der Petersburger Hotellerie: Astoria 

Die alte Grand-Dame der Petersburger Luxushotels. Von den beiden (Europa & Astoria) war es im Service in den 90er Jahren das weit schwächere (weil Sowjetmentalität - Gast verursacht Arbeit und das stört den ruhigen Betriebsablauf). Das hat sich unter dem hervorragenden Management der Rocco Forte Gruppe in den letzten 6 Jahren grundlegend geändert. Ich ziehe inzwischen den wirklich ausgesprochen aufmerksamen, herzlichen und kompetenten Service des Astoria dem ein wenig nachlässigeren und deutlich weniger gut geschulten Stil des Europa sogar vor. Noch vor 7 Jahren hätte der Satz genau umgekehrt lauten müssen. Das Astoria ist ganz sicher auch das russischere Hotel (trotz eines importierten Direktors - wie übrigens das Europa und viele weitere Hotels der gehobenen Kategorie auch). Stilvolle Ausstattung, prächtiges Hauptrestaurant mit einigermaßen erträglichen Preisen. Die Zimmerausstattung ist in dieser Klasse oberer Durchschnitt (teils sehr gradlinig, selten pompös, immer hochwertigst, aber das ist auch ein Teil der angenehmen Mentalität der Rocco Forte Gruppe). Z.B. das schwere Leinen und die blitzende Sauberkeit selbst in den älteren Zimmern sind ganz klar Weltklasse. Angenehm hohe Räume. Zurecht ist das Astoria Mitglied der "Leading Hotels of the World". Die schon immer solide Küche macht inzwischen wirklich Spaß und auch die mir zu hohen Preise werden regelmäßig von guten Leistungen begleitet.

Die Fitnessausstattungen waren ein letzter Schwachpunkt, aber seit 2004 ist auch das Geschichte: Die neue Spa mit türkischem Bad, Sauna und Fitnessraum, sowie umfangreicher Kosmetik und Massage ist zwar klein und nicht extrem beeindruckend, aber jetzt doch ganz auf der Höhe des Hauses.

Was wirklich nett ist, ist das Mittagsbuffet und kleine Frühstück im großen Foyer - meist mit Musik.

Eine Anekdote aus dem bewegten Leben dieses Hauses muß erzählt werden: 1943 war sich Hitler in seiner grenzenlosen Verblendung so sicher, Rußland a la Polen überrollen zu können, daß er die Einladungskarten für seinen triumphalen Empfang anläßlich der Eroberung St. Petersburgs im Hotel Astoria in St. Petersburg - praktischer Weise gegenüber der alten deutschen Botschaft gelegen - bereits drucken ließ. Nur das Datum ließ er frei. Das Hotel lag dafür passend gegenüber der alten deutschen Botschaft. Die Petersburger haben bei der Belagerung Ihrer Stadt ab 1943 über 900 Tage eingekesselt durchgehalten und es sind weit über 900.000 Menschen (!) in der Stadt durch Hunger, Beschuß und Kälte umgekommen, aber im Astoria hat nie ein Nazi Empfänge geben können. Die nutzlos gedruckten Einladungskarten wurden bei der Eroberung Berlins von fassungslosen russischen Truppen in den Trümmern des Außenministeriums aufgefunden und können im Blockade-Museeum besichtigt werden. 

Aufgrund der anhaltend perfekten Service-Leistungen ist das Astoria inwischen seit über 4 Jahren mein Favorit unter den Luxus-Häusern am Ort. Ich bringe seit 2005 dort Gruppen und Geschäftsreisende unter (in den letzten 24 Monaten insgesamt über 180 Übernachtungen über meine Firma in dem Hotel) und bin trotz härtester Tests (Incentive-Reisen japanischer Kunden) nie enttäuscht worden.

Das betrifft ausdrücklich und vor allem die mühelose, angenehme und gelassene Art, in der die Mitarbeiter im Astoria den Gast verwöhnen und es offenbar gerne tun. Da ist das Haus - auf hohem Niveau - inzwischen allen anderen klar voraus. Ist das auch Ausdruck eines guten Betriebsklimas ? Könnte ich mir vorstellen.

Internet: Astoria (gut gemacht, informativ, spezielle und RELATIV günstige Angebote für Internetbuchungen, für den Winter 2006 z.B. ab 195 € für das Doppelzimmer).

Werbung in eigener Sache: Das Astoria ist eines der Häuser am Platz mit denen wir inzwischen als Philipp Reisedienst einen Vertrag und entsprechend günstige Raten haben. Fragen Sie uns !

 

Kempinski ist zurück ... seit Juni 2005 ist das Kempinski Moika 22 eröffnet.

 

Luxus heißt die Devise im Kempinski-Hotel Moika 22 (Foto: Deeg/SPZ)

Baulich und im Hinblick auf die Lage ist das Haus eigentlich ganz große Klasse. Die in St. Petersburg für Ihre gute Arbeit bekannte Baufirma (die unter anderem den Jugendstilpalast der Firma Singer, das "Dom Kniggy" renoviert hat), hat es an nichts fehlen lassen, wie ich mich bei einer kurzen Tour durch das Haus schon im Mai 2005 - noch weit vor der offiziellen Eröffnung überzeugen konnte. Auf dem Dach des Hauses gibt es ein schickes Fitness-Center mit Saunas und in der 9. Etage auf gleicher Höhe ein Restaurant mit fabelhaftem Ausblick.

Allerdings fehlt es der Haustechnik offenbar am letzten Schliff: Über das Jahr 2006 ziehen sich interessante Pannen in der Hinsicht wie ein roter Faden. Zuletzt fiel im August 2006 über Wochen ein Lift aus ("über Wochen" ! - wie kann das sein ?), so daß man in das schönste Restaurant des Hauses in der 9. Etage nur über einen Umweg durch den Fitnessclub und über das Dach gelangte. Auch 1,5 Jahre nach dem "Soft-Opening" gehören rot-weiß gestreifte Absperrbänder und nicht funktionierende Details zum täglichen Bild.

 

Die Zimmer sind alle nach allerbestem Standard ausgestattet, mit LCD-Fernsehern, größeren guten Bädern und angenehmen und stilvollen Betten und Teppichen. Zudem ist die Lage einfach ideal: So ruhig, schön und doch zentral liegt keines der bisherigen Häuser der Luxusklasse.

 

Der sympathischer englische Direktor Liam Madden scheint im Aufbau des Service seit nun fast einem Jahr Monaten beste Arbeit zu leisten. Die Nettigkeit und Offenheit, mit der auf den Gast zugegangen wird, ist Klasse und steht inzwischen dem Astoria nichts nach. Das ist ein toller Erfolg für weniger als 2 Jahre Zeit. Die Kompetenz - an der es z.B. in der Reservierung oder am Frontdesk allerdings anfangs sehr fehlte - kommt sicher auch noch.

 

Übrigens können nur 18 der 197 Zimmer des Hauses den wunderbaren Blick auf die Hermitage und den Schloßplatz geniessen, mit dem das Haus zurecht wirbt. Sehr viele Zimmer haben einen wesentlich profaneren Blick in den überdachten Innenhof und so nur die Klimatisierung zur Belüftung - wenn Sie buchen wollen, lassen Sie sich ein Zimmer mit Frischluftzufuhr (also einem nach aussen zu öffnenden Fenster) geben!

Das das Hotel noch einen klangvolleren Namen, als "Moika 22" erhält, bleibt zu hoffen. Bisher prangt die schlichte Adresse als einziger Name über dem Haus.

 

Ich war am Anfang nicht so positiv gegenüber dem Haus eingestellt. Der wirklich inzwischen deutlich verbesserte Service und die gute Substanz und Lage des Hauses machen es inzwischen zu einem echten Konkurrenten im Luxusbereich. Die Haustechnik sollte Kempinski irgendwann doch auch in den Griff bekommen. Also ist das Haus derzeit meine Nummer 2 in der Stadt.

 

Eines der "Leading Hotels of the World": Europa 

Im Grundsatz bis vor einiger Zeit zurecht ebenfalls als eines der besten Häuser dieser Erde eingeordnet, hat das Europa alles, was ein Grand Hotel ausmacht. Zu dem wunderbaren Altbau in der Mitte des Nevskij Prospekt gehört ein fantastischer Speisesaal im reinsten Jugendstil, eine klassische Bar, teil schöne Zimmer und eine moderne, aber wirklich schöne und beeindruckende Halle. Wie es überhaupt durch die etwas größere bauliche Eleganz den stadtinternen Wettbewerb mit dem Astoria in dieser Hinsicht noch immer knapp gewinnt.

Das ganze stand seit Neueröffnung unter dem fantastischen Management eines aus London stammenden Inders und ab 1999 unter Kempinski-Management - bis 2002 funktionierte das tadellos. Das Hotel war in dieser Zeit (1994 bis 2002) im Service unerreichtes Vorbild für alle anderen Hotels im Lande - aus diesen Jahren rührt auch die Einstufung, daß das Europa (vielleicht gerade noch mit dem Metropol oder Baltschug in Moskau) Russlands bestes Hotel sei. Seit 2002 war im Service der Wurm drin und fraß sich langsam, aber stetig durch das ehemals leistungsstarke Haus.  Der Service wirkte etwas arrogant, unfreundlich, es gab enorm hohe Fluktation und die Leistungen waren bald für die Kategorie auch fachlich eher schwach bis entsetzlich. Das bestätigten mir auch zunehmend Gäste, die schon mehrfach dort waren. Auch die Versetzung des wirklich unglücklichen deutschen Direktors durch Kempinski nach Frankfurt in 2004 blieb dahingehend wirkungslos, da der französiche Nachfolger mehr von Veränderungen redete, aber kaum etwas wirklich anfasste. 

Im März 2005 ging das Hotel dann in einem der bisher größten Immobilientransfers in Russland im gewerblichen Bereich in das Eigentum der Orient-Express-Gruppe über, die es sich einige Millionen Euro (!) zusätzlich kosten ließ, auch das Management der Kempinski-Gruppe sofort los zu werden. Obwohl ich sonst nichts gegen Kempinski einzuwenden habe: Recht so ! Neuer Generaldirektor im Europa ist nun seit März 2005 Thomas Noll, der bisher das  Corinthia Nevsky Palace geführt hat (er kommt aus der Sheraton Gruppe) und dort eigentlich bewiesen hat, dass er guten Service organisieren kann.

Es hat auch einen Austausch fast aller Führungspositionen im Haus gegeben und man merkte zu Anfang 2006 angenehm, das ein frischer Wind weht. Kompetenz, Routine, Aufmerksamkeit und Sicherheit fehlten noch, aber es bewegte sich etwas.

 

Dazu kommt, daß angefangen wurde, die inzwischen erheblichen materiellen Schwachpunkte abzustellen: Das Europa hatte als einziges Haus seiner Klasse bis Anfang 2006 keinen schnellen Internetzugang in den Zimmern, das ist inzwischen vorbildlich. Auch die dringend renovierungsbedürftigen Standard-Zimmer sind in Angriff genommen worden und seit Mai sind über 100 der vorhandenen Zimmer recht ordentlich neu gestaltet worden. Es gibt aber leider noch immer die Standardzimmer mit den völlig durchgelegenen Matrazzen, über die mein Schweizer Geschäftsfreund 2003 in seiner Illustrierten so pointiert schrieb. Warum das z.B. bis 2007 dauern soll, bis zumindest die Matrazzen wirklich alle weg sind, ist mir nicht klar.

 

Noch einige Dinge: 

Die Zimmer sind inzwischen sehr unterschiedlich und z.B. die Maisonette-Junior-Suiten nach wie vor teuer, aber völlig geschmacklos. Fragen Sie lieber nach den günstigeren Superior-Zimmern mit Blick auf das russische Museum (ruhiger, stilvoll, in der zweiten Etage komplett neu renoviert) !

 

Die Preise sind (natürlich) alle absolut ungezogen - werden aber bezahlt. Mein Top-Beispiel dazu ist der Orangensaft, der ja frisch gepresst gelegentlich schon mal 5 € kostet. Im Europa sind es 12 US$ ... plus 18% Steuern ! Also über 14 US$ für ein Glas Saft. Wen das erschreckt, der sollte anderswo buchen.

 

Zum Frühstück gab es regelmäßig einen Stau, man musste manches Mal auch in längeren Schlange auf freie Tische warten. Allen Ernstes. Da Sie das Frühstück mit sage und schreibe 30 € pro Person extra zu zahlen haben, lassen Sie es besser weg.

 

Sehr zu meinem Bedauern sind auch die Preise für den (ehemals jedenfalls) phantastischen Brunch mit Musik am Sonntag ab 11:00 von 30 US$ pro Person in 2000 auf inzwischen glatte 90 U$ erhöht worden. Das ist mir als "gelegentliches Vergnügen" damit zu teuer geworden, schade.

Leider hat das Europa weiter das Sadkos geschlossen. Was bei vielen älteren Expats (zu denen ich mich zähle) zu nostalgischer Wehmut führt und St. Petersburg einen idealen Treffpunkt im Stadtzentrum nimmt, aber wirtschaftlich sicher sinnvoll ist. Im Sadkos habe ich 1994 bis 1996 die wirklich einzige Stelle gehabt, an der am Nevsky ein brauchbarer Cappucino serviert wurde - für 5 US$ zwar, aber das machte einem Süchtigen wenig.

An der Stelle wird irgendwann (geplant war Mitte 2006, bis Anfang 2007 ist da aber nach wie vor nichts) eine exklusive Boutique eröffnet und die bringt in der Lage am Nevsky sicher weit mehr Miete, als das Sadkos Umsatz machen konnte.  Im Sommer 2006 wurde zumindest die Terasse direkt auf dem Gehsteig des Nevskij Propspekts - mit fast italienisch zur Strasse gerichtetem Blick über die vorbeiziehenden Autos und Menschenmassen - noch betrieben, was mich freut. Mehr mittendrin geht nicht.

 

Das in 2002 mit minimalstem Aufwand renovierte Fitness-Center ist so la la, nichts wirklich tolles. Was auch negativ auffällt, ist das das ohnehin recht kleine und nicht ganz neue, sowie zuletzt mit allzu kleinem Budget unter Kempinski renovierte Center inzwischen durch ein Fremdunternehmen betrieben wird, welches auch zahlreiche externe russische Gäste (also nicht nur Hotelgäste) anzieht. Damit hat man teils wirklich sehr netten Kontakt, teils wird es aber auch schlicht voll. Der Service tat sich bei meinem letzten Besuch damit hervor, daß er sich weigerte, den Eintritt auf die Zimmerrechung zu schreiben. Wo hätten mein Geschäftsfreund und ich in Bademantel und Schlappen Geld her nehmen sollen? Ich mußte tatsächlich zurück und Geld holen.

 

Wie gesagt: Weil da im Service noch immer zuviel fehlt und leider auch die neue Leitung bisher keine Stabilisierung erreicht hat und materielle Mängel bestehen bleiben, ist das Europa heute (Anfang 2007) leider inzwischen das schwächste der 4 Luxushotels, dem Taleon nur überlegen, weil dort derzeit intensiv gebaut wird.

 

Internet: Europa (Anfang 2005 neu gemacht, nicht schlecht)

 

Nicht wirklich öffentlich: Taleon Eliseev Palace Hotel

Im neuen Taleon - mit vollem Namen "Taleon Club Eliseev Palace Hotel" kann man seit 2003 Zimmer mieten. Die Suite unter dem Dach mit deutsch/englische/italienisch sprechendem Butler habe ich mir angesehen (Tip kam von einem Gast) ... das ist schon toll, egal wie teuer die Preise sind. Der Taleon Club selbst ist ein bisschen witzig: Es wäre gerne eine Art englischer Club honoriger Gentlemen, wirkt aber auf mich eher wie eine unbeholfene Versammlung neureicher Russen. Insbesondere im Casino, welches den wirtschaftlichen Kern des Hauses bildet, wird viel Geld ausgegeben. Das Ganze müssen Sie sich optisch vorstellen, wie ein Grandhotel in Monaco, nur mit 29 statt 400 Zimmern und entsprechend VIEL weniger Publikum. Es fehlt einem da etwas die Größe zur großen Pose.

Allerdings arbeitet das Haus daran: Nachdem 2004 ein erfolgreiches Jahr war, began man 2005 die umliegenden Gebäude zu kaufen und umzubauen. Es ist also bis 2007 mit einer Dauerbaustelle zu rechnen, danach hat dann Petersburg wahrscheinlich ein echtes drittes Grandhotel. Wegen der lauten Baustelle, auf der intensiv gearbeitet wird, empfehle ich derzeit (zumindest bis Juni 2007) auch Liebhabern, das Haus zu meiden.

Man bekommt im Restaurant zweifelsohne sehr gutes Essen von gut geschultem Service serviert. Tip: Der Business-Lunch mittags für nur 350 RBL ist eine Empfehlung wert. Einen Fitness-Club gibt es auch. Der Direktor ist sehr engagiert, die Lage des Hauses ideal und der Service tatsächlich gut, aber auf wenige Gäste mit wirklich VIEL Geld eingestellt. Wenn dies, sowie Strech-Limousinen, Roulette und Kaviar in kleinem Rahmen Ihre Welt sind, dann sind Sie im Taleon richtig. Übrigens liegt das Standard-Zimmer offiziell bei schlanken 420 € pro Nacht in der Nebensaison und über das günstigste Buchungssystem immer noch bei 300 €, aber wenn Sie darüber nachdenken müssen, sind Sie da eh falsch. Ein Grand-Hotel im klassischen Sinne ist es noch nicht, da man ja nur 29 Zimmer bietet - mein Geschmack ebenfalls nicht. Aber eben schon sehr luxuriös, perfekt mit einem Hauch Arroganz im Service und tip-top ordentlich, weshalb es hier steht.

Internet: Taleon Eliseev Palace

 

 

 

 

Wenn Sie mich fragen, zusammenfassend zu den Luxushäusern: Das Astoria ist Weltklasse, das Europa dem Gebäude nach auch, leider bisher nicht den Details nach (da wird sich aber etwas ändern, denke ich) - beide Hotels sind für sich genommen ein Erlebnis. Das Taleon ist nicht meine Welt und beim neuen und schon wirklich starken Kempinski hakt die Haustechnik extrem und der Service noch ein bisschen. Derzeit empfehle ich also zuerst das Astoria, dann Kempinski und zuletzt das Europa, wegen der Bautätigkeit derzeit nicht das Taleon.

 

Alle anderen, hier nicht genannten Hotels gehören auch nicht in die Luxus-Klasse !

 

 

Copyright © 2000 "Unsere Datscha in Toksovo", Maria & Klaus Horst Philipp (Adresse)
Stand: 15. Januar 2007
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